“Grillparty!!!”, schrie jemand und durchbrach die Stille des Abends. Interessierte Köpfe sondieren die Lage ..

“Jemand Lust auf Party?” schrie jemand und durchbrach die Stille ..

“Vollmondparty!” ..

Die Geselligkeit dieser kleinen Kreaturen beeindruckte Ty'phoon jedes Mal aufs Neue. Vor einigen Tagen erst noch komplett fremd und doch, wenn man sich erstmal an ihre rauhen Umgangsformen gewöhnt hatte, akzeptieren sie Einen schnell als Teil der Gruppe. Und dieses Mal sogar als Tabaxi. Auf die ihm sonst bekannten anarchischen Verhältnisse schienen auch diese urbanen Goblins Wert zu legen. Allerdings folgten sie Gosb .. einem Häuptling, der keine schamanistischen Bräuche pflegte, um die Kommune bei Laune zu halten.

"Unerwartet.", dachte sich Ty'phoon. Er schaute seinen Stab in Gedenken an den früheren Besitzer an und schüttelte den Teppichklopfer in der Luft. Die kleinen Perlen und farbigen Murmeln klimperten wie bei einem Beschwörungsritual.

"Mitternachtsparty!!!", schrie jemand von unten.

Nach nun sechs Tage der selben Abendprozedur verlor Ty'phoon allmählich das Interesse an ausufernden Saufgelagen. Er drehte sich in seiner Hängematte um und ließ einige Gliedmaßen und den Kopf nach draußen hängen. Gelangweilt beobachtete er den Ansturm der Goblins auf die Garküchen und die unermüdlichen Musikanten.

“Vor sechs Tagen wirkte das alles so aufregend. Als ich den Urbanen Hain verließ, konnte ich mir nicht im Traum..”

Ty'Phoon unterbrach abrupt seinen Gedankengang.

“Vor sechs Tagen?! .. das heißt, Morgen früh ist es genau eine Woche her..”

Der Tabaxi purzelte panisch aus der Hängematte und landete auf der darunterliegenden Plattform flach auf dem Rücken. Er sprang auf, rannte los, begrüßte einen Querbalken mit seinem Kopf und fluchte laut auf dem Weg nach unten.

“Zeenk? Zeeeeeennk?”, schrie der Tabaxi die feiernde Menge zusammen. Völlig ergebnislos.

“Trinkwettstreit!! Zeenk .. Zeenk .. Zeenk”, stimmte er ein.

“Zeenk!! Zeenk!! Zeenk!!”, fing die Menge an zu brüllen. Ein runder Pulk bildete sich um den armen Goblin herum und offenbarte seinen Verbleib. Ty'Phoon, immer noch zwei Köpfe größer als jeder Andere, viel es leicht seinen neuen Freund zu finden. Er kämpfte sich durch die Menge hindurch.

“Dude, ich habe ein Problem und brauche deine Hilfe.”, versuchte Ty'phoon die laute Menge zu übertönen.

“Ich habe gerade auch ein Problem.”, antwortete Zeenk.

“Zeenk gegen Ty'phoon!!”, schrie die Menge entschlossen.

“Oh verdammt, was habe ich da nur angerichtet..”, murmelte Ty'phoon als er seinen Fehler eingesehen hatte.

Der Goblin von kleiner Statur erwies sich als würdiger Gegner und machte sein geringes Körpergewicht durch tagtägliches Sauf-Training wieder wett.

“Ich muss zurück zum Urbanen Hain.. noch heute Nacht!”, lallte Ty'phoon später sturzbetrunken.

“Das IST ein Problem.. nachts sind die Tore in den Mauern verschlossen.”, erklärte Zeenk torkelnd. “Oder aber die Wachen haben Langeweile und nehmen es viel zu genau.”

“Hilft nix, ich muss morgen früh Almer zu einem Auftrag begleiten. Ich kann ihn nicht hängen lassen.”, erzählte Ty'phoon.

“Das ist soo lieb von dir!”, lächelte Zeenk übertrieben verniedlicht.

“Dein Eimer kann sich aber glücklich schätzen.”

“Kannst du mir vielleicht mit ein paar Passierscheinen aushelfen?”, fragte der Tabaxi.

“Sicher, folge mir.”, antwortete der Goblin.

Die beiden Schnapsdrosseln watschelten wieder ganz nach unten und holten aus einer Gemeinschaftskiste im Dunkeln einige Scheine heraus. Ty'Phoon schaute sich die Zettel an.

“Die sehen alle gleich aus?!”, jammerte er.

“Nachts sind alle Katzen blau.”, warf Zeenk ein. Beide lachten.

Der Weg zurück zum Urbanen Hain, kam Ty'phoon viel kürzer vor als der ursprüngliche Weg zum Hafenviertel. Nach nur zwei Minuten stand der Tabaxi vor dem alten Gemäuer. Er wackelte an der verschlossenen Tür, ohne Erfolg.

Geduldig hockte er sich vor die Tür und wartete, stand wieder auf, wackelte an der Tür und wiederholte dieses Ritual mehrere Male.

Im Zuge seiner Verzweiflung holte er sein Obstproviant heraus, wunderte sich, wie es innerhalb von nur zwei Minuten so stark abnehmen könnte und fing an, Almers Fenster zu bewerfen. Keiner wachte auf. Nach der letzten geworfenen Pflaume beschloss er, Nachschub zu pflücken. Der Tabaxi kletterte den Baum hinauf .. und schlief ein.


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Ty’Phoon
Fischgrund